Tipps gegen den Stress im Lehreralltag – Teil 1

vom 05.03.2020

Manchmal weiß man nicht, ob man weinen oder in schallendes Gelächter ausbrechen soll, …

… wenn man mal wieder gesagt bekommt, man hätte als Lehrer ein völlig entspanntes Leben – jeden Tag ab Mittag frei und ständig Ferien. Abgesehen davon, dass diese Wahrnehmung meist keinesfalls mit den Tatsachen übereinstimmt, sind die zusätzlichen Belastungs- und Stresseinflüsse im Lehreralltag vielfältig.

Tipps gegen den Stress im Lehreralltag – Teil 1

Zeitdruck vorm Notenschluss, Zeugnisse schreiben, Berge umfangreicher Korrekturarbeiten, Vertretung für fehlende Kollegen, die Vereinbarung von Unterrichtsvorbereitung und Familienalltag, nervenaufreibende Elterngespräche, ausschweifende Dienstberatungen, Klassenkonferenzen und Fachberatungen sowie soziale Konflikte innerhalb der Klassen sind nur einige der Faktoren, die das Lehrerleben so abwechslungsreich aber eben auch hoch anspruchsvoll und stressig machen können. Meist sind es genau die Dinge, auf die einem im Studium niemand wirklich vorbereitet hat.

Die gute Nachricht: Stress ist nicht gleich schlecht. Denn positiver Stress ist gesund, treibt an und gibt uns Kraft und Kreativität. Schwierig wird es dann, wenn die Belastung zu groß und der Aufgabenberg unübersichtlich wird. Mit den folgenden Tipps möchten wir Sie unterstützen, Ordnung ins scheinbare Chaos zu bringen und so die anstehenden Aufgaben und Anforderungen entspannter und strukturierter anzugehen.

Tipp 1 – Planung ist das halbe Leben

Planen Sie Ihre Arbeitswoche sorgfältig. Entscheiden Sie, wann Sie sich welcher Aufgabe widmen wollen und halten Sie sich daran. Kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen, vergessen Sie nicht, die Aufgabe gleich entsprechend zu verschieben, damit sie nicht untergeht.

Sie sollten auf keinen Fall zu viele Aufgaben auf Ihre Agenda nehmen und ausreichend Zeit einplanen. Sind alle Aufgaben erst mal strukturiert und geplant, fühlen sie sich in der Regel sofort überschaubarer und somit schaffbarer an.

Tipp 2 – Zeit für die wirklich wichtigen Dinge

Damit meinen wir nicht etwa die nächste Klausur. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Dinge, die Ihnen im Leben wichtig sind. Wer seinen ganzen Kalender mit Arbeit verplant, hat keine Zeit, um körperlich und mental aufzutanken. Zeit für Hobbys, Freunde und Familie sollte mindestens ebenso sorgfältig eingeplant wie konsequent eingehalten werden – sie ist Ihre wichtigste Ressource, um in Balance zu bleiben.

Tipp 3 – Fokussieren

Multitasking ist eine Illusion! Legen Sie bei der Erledigung Ihrer Aufgaben die volle Konzentration auf das, was Sie gerade tun. Konzentriertes Arbeiten spart Zeit, denn man arbeitet effizienter, vermeidet Nacharbeiten und Fehlerkorrekturen – so macht die Arbeit auch gleich mehr Freude.

Tipp 4 – „Bitte nicht stören“

Wenn Sie die Gelegenheit haben, sich für Ihre Arbeit abzuschotten, nutzen Sie diese. Es erleichtert Ihnen, sich voll und ganz auf Ihre Aufgaben zu konzentrieren. Das Arbeitszimmer ist der bessere Arbeitsplatz als der Küchentisch. Vielleicht können Sie sogar einen Raum in der Schule für Ihre Vorbereitungen nutzen. Ein „Bitte nicht stören“- Schild kann nicht nur im Hotel eine sinnvolle Sache sein.

Tipp 5 – perfekte 80 %

Perfektionismus ist einer der größten Stressfaktoren. Wussten Sie, dass ca. 80 % einer Aufgabe in der Regel mit etwa 20 % Energieaufwand und somit mit Leichtigkeit zu erreichen sind, während man für weitere 80 % an Kraft und Energie investieren muss, um die 100 % zu knacken? Konzentrieren Sie sich also auf die ersten 80 %, dann haben Sie ein zufriedenstellendes Ergebnis und außerdem Zeit und Energie gewonnen, die Sie an anderer Stelle viel sinnvoller einsetzen können.

Tipp 6 – Erfolge genießen

Akzeptieren Sie, dass nicht immer alles optimal laufen kann. Das Leben ist ein Auf und Ab und das ist auch gut, denn nur so sind wir in der Lage, Erfolge wertzuschätzen und über Misserfolge hinwegzukommen. Wenn Sie einen Erfolg errungen haben, dann nehmen Sie ihn bewusst wahr, freuen Sie sich und gönnen Sie sich eine kurze Pause. So prägt sich die positive Erfahrung besser ein. Sie schöpfen neue Energie und Motivation für die nächsten Herausforderungen.

Tipp 7 – Ordnung ist das halbe Leben

Ordnung in unserer Umgebung kann nicht nur sinnbildlich, sondern auch ganz real zu Ordnung in unserem Inneren verhelfen. Türmen sich auf dem Arbeitsplatz Klausuren, unerledigte Aufgaben und Arbeitsmaterialien, kann dies zu einem Gefühl der Unüberwindbarkeit beitragen. Schon während man arbeitet, blicken die umliegenden Aufgaben bedrohlich auf einen herab und flüstern: „Wir warten auch noch! Du wirst uns niemals bezwingen!“ Das lenkt ab und erzeugt Druck. Ein ordentlicher Arbeitsplatz, auf dem man sich immer nur einer Aufgabe widmet, strahlt Ruhe aus und schafft innere Ordnung. So arbeiten Sie effektiver und entspannter.

Tipp 8 – Think positive!

Zeitdruck, anstrengende Kollegen, Probleme mit Schülern – das alles kann einem ordentlich zusetzen. Lassen Sie sich von Sorgen, Stress und Ängsten nicht zerfressen. Versuchen Sie immer eine positive Grundeinstellung zu bewahren und sich auf die positiven Aspekte jeder Situation zu fokussieren. Dazu gehört auch, mal Dinge zu tun, die nicht vernünftig und notwendig sind, sondern einfach nur Freude bereiten.

Wir hoffen, dass unsere Anti-Stress-Tipps Ihnen bereits ein paar neue Impulse und Ideen liefern konnten, Ihren Lehreralltag etwas strukturierter und entspannter angehen zu können.

Da dies jedoch noch lange nicht alle hilfreichen Tipps waren, folgen in der kommenden Woche noch weitere nützliche Anregungen für Ihren Arbeitsalltag. Wir freuen uns über Feedback und weitere Ideen. Was sind Ihre persönlichen Tricks gegen Chaos und Stress? Wir sind gespannt.

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